Absicht des Blogs


Wir selber sind uns die größte Strafe. Das fällt immer wieder auf. Die Gesellschaft muß nur aufgeklärt werden, dann geht es mir besser. Die Leute hören nicht auf mich, also muß ich kleiner Hans-Wurst doch versuchen die wahren Informationen zu streuen. Denn wenn genug Leute da aufspringen, mir da zustimmen, desto besser geht es allen.

Es ist eine in ihrer Wahnsinnigkeit unübertreffbare Vorstellung, und es ist wirklich nötig zu verstehen, wo da der grundlegende Irrtum ist. Es gibt niemanden aufzuklären, niemanden von seinen Sichtweisen oder Meinungen zu überzeugen. Was hat man denn davon, wenn andere einem zustimmen? Ja, man fühlt sich dann etwas behaglicher, man fühlt sich nicht so alleine in seiner Gedankenwelt, aber sonst? Die Zustimmung alleine führt nicht zu einer besseren Zeit, zu mehr Glück oder Zufriedenheit, wenn das nicht schon von Anfang an bei dir vorhanden ist.

Ich schlage gerne anderen, kritischeren Leuten vor, sie könnten ja selber einen Blog starten, wo sie ihre Sichtweisen gut verkünden können. Es wäre ihre eigene Plattform, und Interessenten können sie aufrufen, oder nicht. Es ist ein Freiraum, den du dir schaffst. Was sollst du dich noch an Menschen abarbeiten, die unoffen wie Betonwände sind? Das wäre doch mal ein Gewinn an Energie und Zeit, die man sonst unnötig in sinnlosen Diskussionen verplempert hat.

Außerdem, und das ist der wichtigste Punkt, macht es selber viel mehr Spaß die eigenen Inhalte so zu publizieren, wie es einem gefällt. Ein Blog dient wunderbar zur eigenen Selbstentfaltung, und ich meine, wenn es nicht darum geht, worum denn dann? Wenn du selber nicht bereits Freude an deinem Engagement gewinnen kannst, dann wird das von außen nie, nie, nie kommen! Nicht mal in einer noch so fortgeschrittenen, angeblich befreiten, bewußtseinsmäßig hochentwickelten Kultur wird das für dich stattfinden, wenn du nicht selber jetzt den Arsch hochbekommst.

Der Riecher ist jedenfalls genau richtig, daß hier einiges schief läuft, daß hier alles den Bach runter geht. Ich wäre der Letzte, der davor die Augen verschließen könnte. Aber die Antwort darauf wird von außen nicht passieren. Unmöglich. In der Welt warten Kriege, Aufstände, Crashs, Gehässigkeiten, Gewalt, Krankheit, ja am Ende sogar der sichere Tod. Was bringt einem da noch der Beistand, der Trost, das Schulterklopfen von anderen?

Nein, nein, du mußt schon selber auf den Trichter kommen, daß dir niemand abnehmen kann, wie du hier selber noch einen Sinn für dich findest. Niemand kann dir das geben.


© 2020 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com, Impressum