Traum: Wiederbegegnung mit altem Freund


Schauplatz: Kletterhalle. Viele alte Bekannte sind dort. Einer legt sich mit mir beim Klettern und danach an, will sich prügeln, verfolgt mich. Es ist R., ein alter Bekannter, den ich nie mochte.

Nach länger Abwesenheit kommt er wieder, obwohl ich bis dahin schon weg sein wollte. Nun war er jedoch ein alter Kindheitsfreund E. (dessen damalige Wohnung seiner Eltern Austragungsort des gestrigen Traums war). Ich lief ihm hinterher, denn es sah so aus, als würde er meine Jacke hinter sich herziehen.

Ich folgte ihm in einen Keller, der jedoch sehr hell war. Als ich mit ihm sprach, war er zunächst sauer, wollte nichts mit mir zu tun haben. Er öffnete sich aber nach und nach immer mehr. Wir erzählten uns alte Stories, hatten wieder einen Draht. Ich lernte dann sogar seine Freundin kennen, die meinte sie sei genau wie er ziemlich verrückt.

Später draußen, sein Vater kommt dazu, stellt paar Fragen, wo Verwandte meiner Mutter leben. Wie schon damals wirkt er sehr grimmig. Mein Großvater kommt dazu, wir reden auf Russisch, auch E., was komisch ist. Ich sage Neckarsulm, mein Großvater Rastatt...

Ich schreibe das gerne im Detail auf. Mir hilft es in den Träumen präsenter zu sein, wenn ich das immer wieder tue. Dadurch gebe ich meinem Unterbewußtsein die Chance der Kommunikation, auch wenn ich manchmal noch nicht weiß, was die Träume bedeuten sollen.

Es ist jedoch zu merken, ob ein Traum mir etwas sagen möchte, oder nicht. Dieser hier will mir definitiv etwas sagen, weil da doch viele Gefühle ausgelöst wurden. Ich habe schon öfter von mysteriösen Personen gesprochen, die in meinen Träumen erscheinen. Man könnte daraus wirklich einen Film drehen. Sie wechseln Identitäten, verschwinden spurlos, sind ganz eigene Charaktere mit vielseitigen Facetten, manchmal völlig aus der Luft gegriffen und manchmal reale Personen aus meiner Vergangenheit.

Was auch klar sein soll: Es sind alles Persönlichkeitsanteile, die ich genauso habe. Ich scheine also etwas zu haben, was sauer auf mich ist, was mich am liebsten verprügeln will. Derselbe Teil ist aber genauso bereit zu verzeihen, wieder mein Freund zu sein, wenn ich nur den Kontakt mit ihm aufnehme, mit ihm in die Tiefe gehe (in den Keller). Dieser Teil scheint auch ein wenig verrückt zu sein (wie die Freundin). Es würde dann zu neuen ungewöhnlichen Situationen und Konstellationen kommen (der Vater, der Großvater, auf Russisch).

Ich stehe in meinem Leben interessanterweise zurzeit auch genau an so einem Punkt, wo die Fragestellung lautet, ob ich inneren Impulsen Verständnis zukommen lasse, oder nicht. Der Traum sagt mir, daß nichts Schlimmes zu befürchten ist.

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Was immer geschieht, erinnern Sie sich daran, daß nur Ihr Körper und Ihr Verstand beeinflußt werden, nicht Sie selbst.

aus "Ich bin - Teil 1", S. 105, von Nisargadatta Maharaj


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