Das Zuhause-Gefühl

Gerade fühle ich mich ziemlich nüchtern. Vor allem durch die zunehmende Kühle und Herbststimmung, aber auch durch die vielseitigen Eindrücke der Demo setzt sich gerade so einiges bei mir. Da fallen gerade deswegen auch viele unnötige Beschäftigungen und Augenmerke ab.


Mich interessiert jetzt z. B. kaum, was da weiter in Berlin passiert ist, nachdem ich weggefahren bin. Das Eigentliche ist nämlich schon passiert, nämlich, daß ich diese Atmosphäre und Stimmung aufsaugen und für mich in mein Leben mitnehmen konnte, dort ein menschliches Miteinander erlebt habe, welches mich auf eine noch nie dagewesene Art befruchtet hat. Sowas kannte ich nämlich kaum bis gar nicht.


Es ist vor allem das Gefühl, daß ich und meine Art angenommen und gehört wird, ich mich nicht erst irgendwie beweisen oder ins Szene setzen muß, ein Entfaltungsfreiraum da war. Etwas, was sich im Alltag durch normalerweise sehr voreingenommene Menschen eher schwierig gestaltet. Ich habe mich in Berlin wie in meinem Wohnzimmer gefühlt, vor allem die zwei, drei Stunden, als in der Friedrichstraße der Zug gestoppt wurde. Einfach zuhause sein, sich entspannen; nach der Reise empfand ich dann auch meine Wohnung hier wieder mehr so.


Anders als manche meinten, fand ich das ein perfekten Anlaß um zu studieren, wieso ich denn überhaupt erwarte, daß da ein Zug stattfinden muß. Wohin soll dieser Zug führen, was würde das groß ändern? Klar, man könnte durch die Stadt ziehen, wäre in Bewegung, man käme direkt zur Siegessäule usw. aber selbst ohne das: Was ist so schlimm, einfach zusammen da zu sein? Hier, jetzt, da, wo man eben ist. Das ist doch die Botschaft: Daß ich zeige, ich bin da, stehe hinter dieser Sache, die vor Ort stattfindet. Mehr ist doch ohnehin für einen selber nicht möglich und nötig.


Das sind vor allem die Gedanken gewesen, die ich dort auch in vielen Gesprächen teilte, die sich immer wieder spontan ergaben. Da gab es keine Fremden oder Zu-mir-gehörigen, sondern jeder, der neben einem stand, war wie ein Familienmitglied, da war sofort Vertrauen und eine positive Resonanz zu spüren.


Dieses Gefühl, das ist das Entscheidende, denn jeder der Teilnehmenden hat durch diese Erfahrung gemerkt, daß es noch etwas anderes gibt, als diese Scheinwelt, die uns Lügner mit ihren Lügenmedien weismachen wollen. Daß es noch Werte gibt, die gelebt werden wollen und können. Daß vor allem Wahrheit wichtig ist, Lügen keine Grundlage für ein Gemeinwesen bilden können.


Was jetzt genau aus dieser Bewegung wird ist gar nicht mal so wichtig. Sie kann aber, da sie die Wahrheit im Rücken hat - und das sind die Fakten über das Virus und das Handeln dieser Regierung nun mal - zu sehr viel führen, in diesem Land viele Akzente setzen, neue Visionen eröffnen, Menschen inspirieren, wo vorher doch viele eher pessimistisch in die Zukunft blickten, ich genauso. Angesichts der zunehmend größer werdenden Gefahr durch ein um-sich-schlagendes Regime wächst aber genauso die Zuversicht, dem nicht völlig verloren ausgeliefert zu sein. Es gibt noch Menschen, die sich ihr gesundes Herzensgefühl erhalten haben, und das ist hier die freudige Botschaft, die jeder jedem zu geben hat, der da innerlich und äußerlich mitgeht.


Ich bin gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickelt, und werde da weiter am Ball bleiben.

© 2020 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com, Impressum