Der Film "Der Vorleser"

Keine übliche Geschichte. Noch mehr: Im Grunde ist alles unüblich an ihr: Keine glorreichen Helden, keine erwarteten Beziehungen, keine großen Mutproben, kein Happy End, sondern nur die einfache Kleinheit, das Unvermögen und auch die Feigheit, die Scham des Menschen. Sie scheinen aber nur auf dem ersten Blick als solche: In Wahrheit nämlich tarnt sich dahinter Güte, Verantwortlichkeit und Aufrichtigkeit. Genau diese einzigartige Darstellung macht sie so rührend, so daß sie stark betroffen macht, unter die Haut geht.

Gut und böse, es ist ein Riesenklischee diese beiden Dinge immer reflexhaft klar voneinander trennen zu können. Was macht einen Menschen gut, was böse? Es ist nicht immer so einfach, wie man es gerne hätte, denn Menschen sind eben keine stetigen, festgelegten Wesen. Sie sind vielschichtig, oft sogar unergründlicher als man zunächst je ahnen kann. Vor allem aber: Wir sind nicht diejenigen, die entscheiden, was wir lieben, ja noch nicht mal was wir tun, oder nicht tun. Diese Lehren sind enthalten.

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Ich empfehle allen weiter Interessierten auch diese Rezension zu lesen. Genau erfaßt!

© 2020 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com, Impressum