Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist

Angesicht der aktuellen Lage ist dieser Ausspruch sehr wichtig. Ich habe nämlich bei Telegram, wie auch in Alltagsgesprächen mitbekommen, daß sich manche Leute als Provokateure ohne Maske in Supermärkte begeben haben, und sich dort Auseinandersetzungen mit anderen Kunden, Mitarbeitern oder sogar der Geschäftsleitung lieferten. Ich frage mich dabei: Was soll es bringen diesen Unmut auf sich zu ziehen, dort zu diskutieren? Erlebt man sonst zu wenig in seinem Leben, oder was treibt einen dazu?


Ich sehe, daß diese Menschen versuchen Freiheit auf einer völlig falschen Ebene zu erringen, was im vornherein zum Scheitern verurteilt ist. So wird überhaupt keinem geholfen. Weder man selber, noch andere profitieren von diesen "Heldentaten". Sicher, ich befürworte auch nicht die Zwangsmaßnahmen, sehe, daß diese von den Fakten her nicht gerechtfertigt sind, nur weiß ich auch, daß ich am besten fahre, wenn ich die Dinge, die leider eben als Regeln gefordert sind, ohne großes inneres Reiben einfach absolviere. Wieso? Ganz einfach: Weil mir meine Energie und Aufmerksamkeit zu wertvoll ist. Ich würde mir nämlich sonst selber unnötige Probleme aufhalsen, aber brauche ich das? Ich habe in meinem Leben schon genug zu tun, da brauche ich nicht noch extra Streß.


Klar, das Ego fühlt sich dann erniedrigt. Es muß eine Niederlage einstecken, behält nicht recht. Ich kenne das, weil ich vor ein paar Jahren auch ungewillt war, die Rundfunk-Gebühren zu zahlen. Man kennt die Fakten, weiß, daß diese Sender mein Geld eigentlich gar nicht verdient haben, und doch muß ich das zahlen. Das Ego haßt das wie die Pest. Es will sich nicht bevormunden lassen, meint durch Widerstand die Freiheit zu retten, doch in Wahrheit tut es nichts anderes als zu reagieren, sich wie ein kleines Kind zu verhalten, welches es den Eltern so richtig zeigen möchte, indem es genau das Gegenteil von dem macht, was die Eltern wollen. Viele Werte sehe ich da nicht.


Widerstand, Rebellion, Protest sind viel eher Verhaltensweisen von frustrierten Jugendlichen, die es nicht schaffen, in ihrem eigenen Leben etwas Positives, Produktives zu schaffen. Die meinen, durch Provokation und Anti-Aktionen gegen "den Mainstream", ein immens bedeutsames Statement setzen zu können. Eigentlich ist es jedoch peinlich und nutzlos.


Die Bedeutung des Ausspruchs ist hierbei sehr tiefgründig: Der Kaiser möchte von den Menschen gewisse Dinge, die Merkel, der Söder, wer auch immer z. B. momentan das Bestätigen des Gesslerhuts. Gut, sie wollen das von mir, ich gebe ihnen das. Der Kaiser ist zufrieden. Na und? Dann soll er das von mir bekommen, auch einen Teil meiner Arbeitsleistung, meines Geldes. Wenn ich sonst in Ruhe gelassen werde (und das werden wir zum Glück noch in weiten Teilen), macht mich das noch lange nicht zu einem Sklaven, einem unfreien Lemming. Ich weiß nämlich, welchem Herren ich eigentlich diene. Hier meine ich jetzt nicht Gott, irgendeine Überperson mit weißem Bart, wie es im Christentum verstanden wird, sondern die Wahrheit als solche. Mit der im Einklang kann ich dem Kaiser/Regierenden so viel geben wie er möchte, ich werde trotzdem niemals ihm dienen, sondern immer Gott/der Wahrheit/der Wirklichkeit. Das wird immer die höhere Priorität haben, mein eigentlicher Herr sein. Den Kaiser wird das dann aber auch nicht jucken, weil er kriegt ja das, was er will, und mich dann auch in Ruhe lassen. Das andere versteht er ohnehin nicht. Und da kann der Kaiser noch so viel bestimmen, noch so viel beschränken, dieses Prinzip wird er nie antasten können, weil es wie ein Naturgesetz ist. Genauso wenig wie jemals ein Regime dieses Planeten Lebensfreude verbieten kann, genauo wenig kann es einen Menschen daran hindern, daß dieser sich seiner Wahrheitssuche und Selbstverwirklichung widmet. Ich meine, wie wollen sie das machen: Verbieten Bücher zu schreiben, Videos zu machen, Herzlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang zu pflegen? Ich will sehen, wie das geht. Klar, in der Geschichte schien es Bücherverbrennungen zu geben, auch Schlechtreden der Sexualität als fleischlichen, niederen Trieb, aber das sind alles keine Verbote, sondern mehr bestimmte Rituale und Mems. Die wirklich wichtigen Bücher, wozu ich z. B. Selbsterkenntnis-Klassiker wie Shobogenzo Zuimonki zähle, verstehen diese Regimehörigen doch gar nicht. Deswegen wird sowas wohl auch nie angestastet werden, schlichtweg weil es kaum jemanden interessiert, es auch nie als gefährlich angesehen wird, weil es (auf dem ersten Blick) nicht politisch oder regimekritisch ist. Auch Sexualität kann nie verboten werden, weil man nie verhindern kann, daß sich Männer und Frauen treffen. Oder wie will man jeden einzelnen Menschen kontrollieren? Klar, durch die moderne Technik ist so manches möglich, aber um Millionen von Menschen zu tracen, braucht es ja ebenso Millionen Spitzel, die solche Informationen verwerten können. Das muß erst mal jemand organisieren, und dazu noch willige, ausführende Menschen finden. Das will ich erstmal sehen.


Worauf ich hinaus will: Gibt diesen Funktionären, was die Funktionäre wollen, und dann: Beschäftigt euch nicht weiter damit. Laßt diese Heiko Schrangs oder Feroz Khans ihre Kämpfe ausfechten, sie werden euch nicht weiterhelfen. Klärt euch selber auf, erhebt euch aus eurer Unwissenheit. Nichts wird euch mehr geben als das. Die Informationen sind da, das Wissen ist bereits in der Welt, es wurde schon niedergeschrieben, ist überall enthalten und zu finden, wenn man nur die Augen offen hält. Nur das Verfolgen dieser Spur wird euch wirklich auf Dauer etwas geben.


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