Gesetze des Marktes

Ich merke, daß ich meine Angebote im Web mehr ordnen und anders positionieren muß, denn was ich momentan habe, ist ein unausgegorener Mix aus veschiedenen Ideen, Beiträgen und Themen, wo keiner so recht weiß: Was will dieser Typ da überhaupt mit seinen Texten?

Wenn ich mir andere Webseiten so anschaue, dann ist dort immer klar ersichtlich, was damit bezweckt werden woll, welches Zielpublikum und welche Interessen abgedeckt werden wollen. Das fehlt hier bei mir.

Mal Politik, mal Selbsterforschung, mal Wirtschaft, mal Traumaaufarbeitung. Es ist sicher vollkommen Ok jedes dieser Themen anzugehen, nur wäre es gut, das auch klarer zu ordnen, um damit auch das jeweils richtige Zielpublikum anzusprechen. Es geht mir hierbei aber nun nicht um die Leute, die es potentiell anzusprechen gibt, sondern durch das genauere Positionieren auf einem Markt, lerne ich auch viel mehr über die Themen selber, weil ich sie dahingehend überprüfen muß, ob sie nicht nur meine Kopfgeburten, sondern auch für jeden Menschen in einer ähnlicher Situation anwendbar sind, damit für mich tiefer gehe, mir bessere Fragen stellen kann, mich und meine Situation neutraler betrachten lerne.

Da ich selber unternehmerisch noch nicht tätig war, fehlt mir hier einfach diese Erfahrung. Muß ich also wohl noch lernen.

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Ähnliches Thema: Mir ist heute aufgefallen, daß mein Beruf auf eine gewisse Art sehr traurig ist, weil ich jedes Produkt z. B. in Form eines Bauwerks, immer wieder verlassen muß, und dem Kunden abgebe. Heute war ich nämlich wieder im Garten eines Kunden für ein weiteres Projekt an einer anderen Stelle seines Grundstücks, das er gerne abgewickelt haben wollte, und so konnte ich mal länger an dem Anwesen verweilen, das ich selber ja mit eigenen Händen geschaffen habe. Da kommt komischerweise auch eine Wehmut auf, denn wie viele Orte wurden schon schöner gestaltet, nur um dann wieder woanders von Null anzufangen, immer und immer wieder.

Es ist sicher einer der zufriedenstellendsten Beruf für mich, keine Frage, denn so direkt zu sehen, was ich da mit eigenen Händen vollbringe, gibt es sonst in kaum einer anderen Sparte, aber dennoch finde ich es schade, die Früchte der eigenen Arbeit immer wieder abgeben zu müssen. Und diese Frucht ist sicher nicht das Geld, sondern die Manifestation einer Idee, eines kreativen Impulses zur Bereicherung der Umwelt.

Das haben aber natürlich Produktentwickler unterschiedlichster Branchen ja genauso z. B. Uhrmacher, die ja in jede Uhr Tage, wenn nicht Wochen investieren, nur um sie dann wegzugeben, wenn sie dann schlußendlich wirklich mal fertig ist. Jemand anderes freut sich dann über sie, während man selber natürlich zwar mit Geld dafür entlohnt wird, womit sich etwas anderes geleistet werden kann, aber dasselbe ist es natürlich nicht.

Vielleicht muß ich mir auch einfach selber mal einen Garten bauen, irgendwo einen kleinen Boden anmieten, wo ich mich einfach mal nach meiner Herzenslust austoben kann. Wo ich auch nicht auf Kundenwünsche oder -vorgaben eingehen muß, Materialien, Formen und Anordnungen selber zusammenstellen kann, mir von mir aus auch Gemüse anbauen kann. Das würde mir sicher gut tun, um mich nicht komplett als Funktionsroboter zu mißbrauchen, der nur für andere liefert, für Kunden, Chefs oder den Staat, selber aber immer zu kurz kommt. Das kann sicher auch nicht der Sinn sein.

© 2020 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com, Impressum