Das westliche Weltbild

26/09/2016

 

Aborigines Weisheit:

 

"Wir sind alle Besucher dieser Zeit, dieses Platzes. Wir reisen nur durch. Unsere Bestimmung hier ist zu beobachten, zu lernen, zu wachsen, zu lieben ... und dann kehren wir wieder nach Hause zurück."

 

Die Aborigines waren eine Kultur, die sehr im Einklang mit der Natur gelebt haben. Mit dem Erobern des Landes durch die Briten entfremdeten sie sich davon und wurden in das rationale Weltbild gezogen. Heute gibt es diese Kultur kaum und wenn dann sind die Nachfahren total verarmt und viele sind Alkoholiker und drogenabhängig. Die Situation von ihnen ist vergleichbar mit dem Schicksal der Ureinwohner Amerikas. Auch sie wurden vernichtet, nicht nur physisch sondern ihr gesamtes Weltverständnis, daß viel näher an der Wahrheit ist, verschwand fast ausnahmslos. 

 

Was ist dieses Weltbild, kann man sich fragen, dieses westliche Weltbild, daß für die meisten absolut unhinterfragt richtig ist. Ich möchte da einige Beobachtungen notieren, die mir diesbezüglich aufgefallen sind. 

 

Wenn ich in der Natur unterwegs bin, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Gegend fahre oder wenn ich meinem Beruf im Garten nachgehe, dann merke ich, daß die Natur, die Tiere und auch die Menschen eine Essenz in sich tragen. Das soll jetzt keine spirituelle Floskel sein, sondern ich erlebe das so, weil es mich tief berührt, wenn ich einfach nur da bin, ohne Ablenkung, ohne zeitliche, mentale Bewegungen für voll zunehmen. Da ist alles so wie es ist, einfach genug. Egal was da ist, ob es ein Tümpel ist, ein alter Mauerrest, der von Efeu überwuchert ist, eine alte Parkbank an einem Feldweg, ein Schwarm Zugvögel in einer V-Formation, ein kleiner Bach, eine alte Birke auf alten Bahngleisen oder auch nur schöne Aussichten auf Felder oder Wälder. Dieses Land hat so schöne, märchenhafte Orte, direkt vor der eigenen Nase und ich weiß das die meisten das nicht sehen, weil es ja nichts besonderes ist. 

 

Doch genau da liegt die Essenz von allem. Man schiebt diese Dinge in den Dreck, weil dort ja nichts wichtiges ist. Man möchte lieber wo anders hin, zu den besonderen Momenten, den besonderen Orten. Und dann war man dort und fühlt sich weiterhin unerfüllt, man möchte immer weiter und ist getrieben. Das falsche Weltbild baut sich auf durch das ständige Ablenken von dem was ist. Da raus zu kommen ist wahrlich ein Segen.

 

Dieses Land, in dem wir leben, ist wahrlich ein Märchen. Die Märchen der Gebrüder Grimm könnten nicht woanders entstehen als hier, weil dieses Land mehr ist als nur das industrialisierte Arbeitervolk, daß alles nur der Funktionalität unterordnet. Dieses Land und diese Sprache gehören nicht umsonst zueinander und ich bin auch nicht umsonst wieder hierher zurückgekehrt, weil ich weiß das hier schon immer etwas geschlummert hat. Und das sieht man auch in den ganzen kulturellen Leistungen, die heute so gut wie gar nicht mehr erwähnt werden.

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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