Gedicht V | Das Unscheinbare

23/09/2017

Wenn mich etwas trifft, dann weiß ich wozu ich hier bin.

Und das weiß ich schon sehr lange.

Es geht dabei nie um den Gewinn.

Sondern um die Momente, wo ich mir sage:

Hier spürst du etwas von Belange.

 

Es ist zu oft verschüttet,

unter künstlichen Problemen und Träumereien,

der Fokus wird abgetötet,

von ganz unwichtigen, wirren Reibereien.

 

Lebst du ganz, dann lebst du mit Herz,

und damit einher kommt meist auch sehr viel Schmerz.

Ja, Reue ist die wahre Stimme,

wenn sie nach langer Zeit wieder kommt zu Sinne.

 

Was hab’ ich all die Wochen nur verbrochen,

hab’ mich in Ablenkungen verkrochen,

hab’ gesucht in falschen Augenmerken,

und mich damit zigfach begrabt in Särgen.

 

Nur die Liebe kann diesen Beton brechen,

bedingungslos wird sie allen Selbstverrat rächen.

Und frei ist der Mensch dann, wahrlich,

ein unscheinbarer Held für sich.

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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