Oh captain, my captain!

01/01/2018

Das erneute Ansehen von „Der Club der toten Dichter“ hat mich ganz neu befruchtet. Der Film bietet so viel, was ich in mein eigenes Leben mitnehmen kann. Es ist ein bestimmtes Lebensgefühl, eine ganz direkte, andere, inspirierende, frohe, liebende, mutige Art zu sein. Es ist Selbstverwirklichung und -entfaltung. Alles, was wichtig im Leben ist, das, worum es hier geht, wird in dem Film vermittelt. Mehr muß man nicht wissen.

 

Mir wird dann klar, daß es überhaupt nicht um irgendetwas Bestimmtes geht, daß du nichts Bestimmtes tun sollst, werden sollst, auch nichts Bestimmtes erreichen kannst. Denn diese Lebensart ist das, worum es geht bzw. es geht um den, der diese Lebensart für sich mit seinem Stil und seinen Fähigkeiten entsprechend entfaltet. Und da ist nur die Einstellung im Jetzt entscheidend.

 

Ich konnte mich in dem Film gut mit der Figur des „Todd Anderson“ identifizieren. Ein zurückhaltender, selbstzweifelnder Junge, der sich für absolut wertlos hält. Der Prozeß der Selbstbefreiung ist bei ihm so sehr deutlich zu sehen. Schließlich ist er auch der, der am meisten von dem Lehrer inspiriert wurde, und der, der den stärksten Mut hatte voran zu gehen, und als erster Bekenntnis zu ihm abgelegt hat, als es hieß „Oh Captain, my Captain!“. Ein wirklich herzergreifender Moment, der unter die Haut geht.

 

Vielleicht trifft es mich so stark, weil ich gerade selber in diesem Prozeß stecke, zurück zu mir und meinem eigentlichen Potential zu finden. Lange sah ich überhaupt keinen Ausweg aus dem Loch in dem ich mich befand, meine Pubertät ist durchzogen gewesen von Lähmungsgefühlen, Einsamkeit, Apathie, Minderwertigkeitskomplexen und Zurücknahmen. Die Lebensgeister wurden zersetzt, und es war schon eine Art Autoaggression, die da am Werk war. Und dieses Versager- und Mitläuferdasein, schien meine Bestimmung zu sein.

 

Aber irgendwann kommt es dann wohl zu einer Ausweglosigkeit, die dazu führt, nicht mehr zu glauben, was einem eingegeben wurde, denn es hat in eine Sackgasse geführt. Also war Umkehr, Neuausrichtung gefragt. Und dann dementsprechend Lösungssuche, die auch zu handeln führen muß, zu Auszug, zu neuen Einkommensquellen, zu neuen, gesünderen Einflüssen. Keine Selbstüberwindung ist nötig. Es reicht dem zu folgen, was ohnehin getan werden will.

Please reload

© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

    • brave lion
    • bittube_icon_neu
    • YouTube Social  Icon
    • Twitter Social Icon
    This site was designed with the
    .com
    website builder. Create your website today.
    Start Now