Die Angst, mein Freund

25/12/2018

Die Angst, mein Freund. Sie ist nicht mein Feind, sondern etwas sehr, sehr Nützliches. Da wartet etwas Neues, etwas Unbekanntes. Sie signalisiert es. Da, eine andere Richtung wartet! Wer die Kunst meistert mit ihr zu leben, kann sagen, daß er einen weisen Ratgeber an seiner Seite hat.

 

 

 

Was ist die Wahrheit? Nun, wirklich keine von Maschinen produzierte Scheinrealität, die den Menschen vorgespielt wird, damit sie als Nutztiere auf einer Farm mißbraucht werden können. Aber doch etwas, was dem sehr nah kommt.

 

Maschinenmenschen bilden die Matrix in diesem Leben, wo Menschlichkeit vorgegauckelt wird. Wo menschliche Hüllen perfekt wie Roboter funktionieren, und alles niederhalten, was noch natürlich und unangepaßt ist, was feiner und intelligenter ist als sie.

 

Die rote Pille. Wie Morpheus sagt, führt sie nur zur Wahrheit, mehr nicht. Auch wird nicht versprochen, daß sie angenehm, beglückend oder erheiternd ist. Neo will es einfach wissen, um des Wissens willen.

 

Für mich ist das auch ein Punkt, der mit entscheidend in meinem Leben geworden ist. Das Interesse, die Neugier etwas herauszufinden, hinter die Kullissen zu blicken, ist so verlockend und ertragbringend, daß jede andere Glücksverheißung dagegen nur verblaßt.

 

Z. B. ein Verstecken hinter sogenannten Freunden, oder ein Aufgehen in einer Familie, und ein Verbarrikadieren in einem kleinen, geschlossenen, bequemlichen Nest, welches scheinbar vor den Unsicherheiten und Gefahren des Lebens schützt.

 

Da kommt Angst auf, nicht? Wer bin ich noch ohne diesen Kontext? Ich fühle mich nackt und verlassen. Nur noch ungewisse Leere ohne Halt, die aufkommt. Und die erweist sich nicht als schlimm, eher als offene, klare Weite. Sie heißt willkommen, war immer schon da. Ihr kann ich mich anvertrauen.

 

Menschen sind im Kern schwach und verletzlich. Deswegen wird geklammert, an das, was zeitlebens normal gewesen ist. Die Leute im Ort oder Familienmitglieder, Fernsehen, Playstation, Weihnachten, Silvester. Ein Loslösen davon gleicht einem Sterben. Freiwillig würde das nie jemand machen.

 

Es sind eher nur Gedanken und Überzeugungen, die wiederum emotional aufgeladen sind. Und die haben keine Substanz. Sie sind bloß Flimmern im leeren Raum. Wirken nur sicher und stabil, und fangen beim kleinsten Zweifel massiv an zu wanken. Und diese Überzeugungen wehren sich dann recht schnell, okkupieren das Wesen, das von ihnen eingenommen ist.

 

Wo sind noch deine Kumpels, wenn du ihnen deine Beobachtungen schilderst? Fangen sie an dich von deiner Suche abzubringen? Fangen sie an dich suspekt zu finden, dich in Diskussionen zu verwickeln? Lassen sie dich fallen?

 

Mir ist das so ergangen. Jeder wußte angeblich schon, was ich da einbrachte. Daß die Medien gleichgeschaltet sind, z. B. Kriegshetze betreiben. Daß unser Geldsystem in seiner jetzigen Form eine Zeitbombe ist, die verantwortlich für den Wohlstandsrückgang ist. Ja, ja, das ist doch alles schon längst klar, wissen wir doch schon seit Jahren. Schön, daß du auch mal drauf kommst.

 

Besonders frappant wurde mir auch erklärt, wie man mit Frauen, damals eher noch Mädels, umzugehen hat. Ich könne einer mir sympathischen, jungen Frau, nicht einfach sagen, sie hätte gut trainiert. Nein, nein, das ist ja peinlich. Von oben herab wurde ich belehrt, ich solle mehr aus mir herausgehen, klarer auf Frauen zugehen. 

 

Interessanterweise wurde ich nur in Gruppenkonstellationen belächelt. Alleine fühlte sich wohl niemand mehr so stark. 

 

Wie dem auch sei. Es war genauso meine Verantwortung, von denen irgendeine Bestätigung haben zu wollen. Ich war nicht gezwungen, in solchen Kreisen Kontakte zu pflegen. Mit meinen Erkenntnissen habe ich etwas anzufangen. Es geht darum selber etwas zu verstehen, und die Loser, die haben es nicht anders verdient als zurückgelassen zu werden, weil sie sich dazu machen.

 

Wie Neo in "Matrix" sich alleine mit der Crew auf die Erforschung begibt, kann auch ich niemanden aus der "Matrix" mitnehmen, wo lebenslänglich im Programm vegetiert wird, sondern nur mit denen auf's Boot steigen, die genauso Sucher sind und herausfinden wollen, was hier los ist. 

 

 

 

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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