Before Sunrise: Fingerzeig auf die Vergänglichkeit

31/12/2018

Auf den eigentlichen Punkt bin ich noch gar nicht zu sprechen gekommen: Die Vergänglichkeit. Die ganze Begegnung der beiden atmet das. Je länger der Film dauert, desto stärker verdichtet sich die Gewißheit der Trennung. Alles was sie erleben bekommt so eine einmalige Intensität.

 

Das hat mich regelrecht eingesaugt, und von innen her genauso transformiert, weil dieses Ende immer gewartet hat. Die ganzen schönen Momente, die in dem Film auftauchten, immer waren sie vor dem Hintergrund des Abschieds. Das machte es ungemein schön und traurig zugleich.

 

Sie hatten nur diesen einen Tag. Und daraus mußten sie das beste machen. 

 

Noch genauer betrachtet, ist das sogar ein Gleichnis für die Existenz als solche, die erst vor dem Hintergrund des Todes richtig gesehen wird. Ein Tag, oder ein ganzes Leben, es macht nur an der Oberfläche einen Unterschied. In Wahrheit wissen wir alle, daß der Moment des Abschieds kommen wird. Wir können uns nur darüber hinwegtäuschen.

 

Das ist aber nicht schrecklich, sondern der Film zeigt uns, daß dadurch alles umso mehr an Bedeutung, an Dringlichkeit gewinnt. Die sich anbahnende Trennung führt zu einem regelrechten Zerschmelzen, zu einer immer stärker werdenden Präsenz. Und dadurch bekommt die Begegnung erst ihren Wert. Nur dadurch kann auch erst dieses Leben hier seinen wahren Wert offenbaren.

 

Jeder, der für diese Wahrheit offen ist, wird diesen Film in sein Herz schließen, und nie mehr vergessen können.

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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