Aufschlußreiche Träume (Update 18.45h)

02/01/2019

Schreiben kann auch als Flucht dienen. Der Silvester war so ein Tag. Es wäre schwer auszuhalten gewesen ohne Ablenkungen, ohne Filme, ohne aufgebauschte Emotionen, ohne Musik, ohne Schreiben, ohne Autofahren, ohne Suchen. Nach was? Ja, nach etwas, was den Fokus von meiner Lage wegrückt. Alles, bitte alles, aber nur nicht da bleiben, wo ich bin. 

 

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Dazu zwei Träume heute Nacht: 

 

Ich bin mit einer Frau zusammen, wir haben zusammen ein Baby. Ich passe auf es auf, tue es in Steinen baden. Nach einer gewissen Zeit erkaltet es und erstarrt. Es ist nicht mehr lebendig.

 

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Ein großes Bad mit einer merkwürdigen Toilette. Das Wasser läuft in einem großen Becken aus verschiedenst farbigen Gesteinsarten zusammen, und versickert dann im Siphon. Da es nicht mehr versickert versuche ich mithilfe einer Saugglocke das Problem zu beheben, hole damit viele Steine aus dem Loch. Teilweise versickert das Wasser wieder, teilweise rutschen andere Steine nach und es staut sich. Das Wasser läuft die ganze Zeit nach. Ich werde vehementer, reiße damit den kompletten Sickerkasten heraus, und alles rutscht verstärkt in das nun größere Loch hinein, alles vermischt sich, es entsteht ein Riesenchaos. Komme gerade so dazu, den Wasserhahn abzustellen. Das Aufräumen versuche ich anzugehen. "Den Neuaufbau kriege ich schon hin, bin ja zum Glück Landschaftsgärtner." So beginne ich die langwierigen Aufräumarbeiten.

 

Der erste Traum hat eine klare Botschaft: Das mit den Frauen führt zu einer Vesteinerung, im übertragenen Sinne, wenn ich versuche da einen Sinn in meinem eigenen Leben zu finden. Etwas in mir ist dann dieses erkaltete Baby. Es ist nur scheinbar lebendig und beglückend, wenn dann nur vorübergehend. Das Traumbild spricht da eine sehr deutliche Sprache.

 

Es geht darum, mir einen Sinn zu erschaffen. Ich alleine. Den wird mir niemand geben können.

 

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Sequenz Nummer Zwei hat auch mit Steinen zu tun, die eine Art Landschaft bilden, und in ein Loch führen. Dieses Loch ist aber nicht frei durchgängig, sondern blockiert. Es ist etwas was Wasser aufnimmt und weiterleitet, im Traum zunächst eine Toilette, später eher ein Sickerkasten für Abwasser z. B. von Garageneinfahrten.

 

Für mich ist die Bedeutung nicht ganz so klar, aber Wasser hat ja was mit Fließen zu tun, etwas, was in meinem Leben z. B. nicht durchfließt, sondern sich staut. Dadurch auch die Steine, die etwa harte, blockierende Eigenschaften aufweisen. Das Beheben, Bearbeiten, Ausreißen, um da wieder einen Durchgang zu schaffen, löst das Problem nicht, sondern macht erstmal alles schlimmer. Es muß dann sogar noch mehr aufgeräumt werden. Aber genau das ist im Kern auch nötig, weil dadurch erst die Chance da ist, alles richtig aufzuziehen.

 

Die Sache muß also nochmal neu aufgebaut werden, von Anfang an, auch wenn das mehr Aufwand bedeutet. Mal schnell, schnell wirst du auch nicht plötzlich ein anderer Mensch, sondern das Alte muß erst abgerissen werden, das ist Voraussetzung, damit etwas Neues langsam entstehen kann. Auch wenn dadurch viel durcheinandergerät.

 

Das Alte, was ist das? Es ist das Alltagsdenken. Das blockiert, bietet kein Durchfließen. Im Alltagsdenken herumzuwerkeln ist fruchtlos. Es muß komplett niedergerissen werden.

 

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Gut, noch mehr hineininterpretieren geht wohl nicht. Viel zu kompliziert. Wieso muß das Alltagsdenken niedergerissen werden? Für was muß damit überhaupt was gemacht werden? Eher naheliegend: Einfach mal die Toilette putzen.

 

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Dritter Traum vom Nachmittag:

 

Ich spiele Keyboard. Meine Schwester ist mit dabei, freut sich. Mein Vater kommt mit dazu, es scheint eine gute Gemeinschaft zu werden, da er humorvoll gelaunt ist. Er sagt, daß es schön ist, dreht dabei aber einen Radiospieler so laut auf, daß ich nicht mehr spielen kann.

 

Das Gefühl bricht auf, übergangen zu werden.

 

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Außer für die Morgenroutine, und ein paar Erledigungen im Supermarkt nicht draußen gewesen. Auch sonst außer einem wichtigen Anruf nichts gemacht. Lag viel rum, saß viel rum, ohne etwas zu tun. Habe gezielt auch Smartphone und Computer ausgelassen. Draußen schneite es en masse. 

 

Da geht dann sehr viel durch den Kopf. Wirklich alles mögliche. Ich könnte hier gar nicht alles festhalten. Es ist aber gut, sich damit in seiner Deutlichkeit zu konfrontieren. 

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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