Der Eigenbrötler

26/01/2019

Die letzten Tage habe ich mich etwas abgeschottet. Ich habe weiter meine Morgenroutine gehabt z. B. mit dem Laufen, bin aber sonst eher daheim gewesen. Durch das regelmäßige Nur-Sitzen (jeden Tag mindestens eine halbe Stunde seit etwa einem halben Jahr) habe ich nicht mehr den Impuls etwas an meinen Gedanken zu ändern, egal wie sie sind. Davor haben sie mich immer irgendwie gestört. 

 

Auch, wenn ich mich ablenke - gestern Abend habe ich z. B. den Livestream vom WM-Handballspiel angesehen - dann lasse ich dem Verstand die Krumen, an die er gewöhnt ist. Wenn er sich gerne hin und wieder mit Sport beschäftigt, dann soll er doch. Damit zu kämpfen, weil es ja nicht nützlich ist, schadet mehr.

 

Hatte auch meist den Impuls den Ton von der Übertragung abzustellen. Viel zu laut, viel zu viel Gerede. Aber trotzdem wollte ich mir die Szenen ansehen: Ich finde man kann an den Gesichtern alleine viel erkennen: Die Anspannung, die Schreie, der Frust, die Schmerzen, die Jubel. Auch wenn hier und da ästhetische Aspekte dabei sind, so ist es doch ein eher verkrampfter, harter Sport ist mir aufgefallen. Viel Geschubse, Geringe und Gezerre. Hier und da mal paar schöne Sprünge, Würfe und Anspiele mit Drehern und Präzision. Generell aber unfrohe Männer, auch wenn sie gewinnen, denn sie sind wie Maschinen, die hin und her sprinten, ihre Disziplin bis ins Feinste automatisiert haben.

 

*

 

Gestern war ich noch in Ruhe im schneebedeckten Wieswald spazieren: In letzter Zeit fand ich Natureindrücke eher uninteressant, achtete im Gegensatz zu früher nicht besonders drauf, doch gestern fiel mir auf, daß der Schnee kristallklar war, völlig rein. Es wirkte fast schon surreal, wie die beschriebenen Träume. Das war neu. Ich watete so durch den stillen Wald, an den großen Kiefern und dicken Buchen vorbei, der Weg knautschte unter meinen Füßen, und hin und wieder mußte ich etwa alle hundert, zweihundert Meter zurückblicken, merkte dabei, daß ich die letzten paar Minuten ein Thema im Kopf durchgewälzt habe.

 

Job und Geld: Da kann ich was tun, da habe ich viele Möglichkeiten, fast schon zu viele.

 

Frauen: Zum Glück bin ich da mittlerweile an dem Punkt, alleine sein zu können, ohne ständig in Selbstmitleid zu verfallen. Genauso wenig wie ich entscheide, zu welchem Menschen ich Sympathie habe, genauso kann ich nicht beeinflussen, ob eine Frau mich und meinen Lebensstil interessant findet. Ich kann nur bereit sein, das Beste von mir einzubringen. Jede Situation, mit egal wem, ist da gleich wichtig. Und wenn es nur ein Blickkontakt oder ein kurzes Gespräch ist. 

 

*

 

Bevor Sie sie nicht als eins mit sich selbst erkannt haben, können Sie sie nicht lieben.

 

aus "Ich bin - Teil 1", S. 108, von Nisargadatta Maharaj

 

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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