Meine Ausstrahlung der Hilfsbedürftigkeit 2

22/08/2019

Um es zu betonen: Nicht die Leute, die mir helfen wollen, sind verantwortlich, sondern ich ziehe mir das immer wieder rein, weil ich mich selber klein mache, unter Wert verkaufe und zu einem Winzling degradiere, der anscheinend Hilfe bräuchte. Nur deshalb kommen ungefragt Leute an, die mich überhaupt erst so sehen und dann meinen auf mich zugehen zu müssen. Sie kommen nicht auf mich zu, geben mir nicht ihre Aufmerksamkeit, weil sie mich interessant finden oder respektieren, wie ich das bisher irrtümlich gemeint habe, sondern weil sie sich dann besser fühlen können, weil da offensichtlich jemand ist, der so bemitleidenswert weit am Boden liegt, daß sogar die Frage aufkommt, ob da überhaupt jemand ist.

 

Auf der Arbeit z. B. bin ich vor allem bei Bauprojekten die Nummer Zwei, obwohl meine Erfahrung nahelegt, daß ich die Nummer Eins sein sollte, im Sinne von: Wer ist für den Baufortschritt verantwortlich, wer fährt den Bagger, wer sagt, was gemacht wird. Ich erhebe nicht den Anspruch die Nummer Eins zu sein, tue auch meine Tätigkeit ohne Abstriche so gut ich kann, aber der andere mit ähnlicher oder sogar weniger Erfahrung spürt instinktiv meine Unentschlossenheit und füllt die Lücke, die ich unterschwellig anbiete. Es wäre nun ein anderes Thema diesen anderen zu analysieren, wieso er das macht, aber hier geht es um mich, und woher es kommt, daß ich das mit mir mache und machen lasse.

 

Auch mit Frauen ist es das Gleiche. Ich mache da genauso Platz für andere. Was ich bisher nicht verstanden habe: Frauen gehen immer zur Nummer Eins bzw. zu dem, der sich dafür hält, selbst wenn er charakterlich eine Null ist. Ist leider so, denn nur den respektieren sie, selbst wenn er sie herumscheucht, überhaupt keinen herzlichen Umgang mit ihr zu pflegen imstande ist. Nun geht es nicht darum mit so jemandem zu konkurrieren, selber auch zu dominieren, damit ich auch mal von der Frau respektiert werde. Das ist gar nicht mein Ziel, und sollte es nicht sein.

 

Der Punkt ist nämlich vor allem, daß es gar nicht darum geht, ein anderer Mensch zu werden, als ich es eben bin. Aber das hindert mich nicht daran, mir darüber bewußt zu werden, wie sich das auswirkt, und wieso mir gewisse Dinge passieren und wieso ich gewisse Umgangsweisen anziehe. Ich will es einfach verstehen, dahinter sehen können.

 

Da ist z. B. ein Videomacher (TK), der in der systemkritischen Szene sehr bekannt ist, und dessen Videos eine sehr hohe Reichweite haben, der eine komplett gegensätzliche Ausstrahlung hat. Er wirft sich ins Feuer, ist absolut klar und sicher in seiner Wahrnehmung, und diese unbeirrbare Kraft ist deutlich zu spüren. Wer soll ihm das Wasser reichen, ihn zerstören können? Selbst Geldstrafen, körperliche Folter oder Freiheitsentzug würden ihn in seiner Art nie und nimmer tangieren, weil er sich nicht unterwirft, sein Haupt oben behält. Davor habe ich Riesenrespekt. Diese Beständigkeit des Einstehens für das was richtig ist, inspiriert

 

Ich kann und will ihn aber nie und nimmer 1:1 imitieren. Ich habe das einfach als anderes Beispiel genommen, um eher zu verstehen, woran es bei mir hakt. Es geht hier vor allem um Klarheit der Wahrnehmung. Komme gerade nicht weiter, bleibe da aber weiter dran.

 

 

 

 

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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