Sich freigeben

27/11/2019

Die Mitmenschen schlafen. Das wurde mir heute sehr deutlich, als ich heute mit einer Bekannten auf schreiende Afrikaner auf den Straßen aufmerksam wurde. Ich nahm das erstmal humorvoll, erwähnte aber beiläufig etwas später, daß diese afrikanische Kultur hier mit der Deutschen absolut unkompatibel ist, woraufhin sie nur schnaufte und meinte, daß sie es gut findet, daß diese Leute hier sind. Ich stieg nicht mehr darauf ein, das Thema wechselte.


Was die Mitmenschen angeht, so ist es leider so, daß die meisten dümmer als ein Stück Brot sind, um es mal hart auszudrücken. Die können zwar im Beruf funktionieren, Auto fahren, sich geographisch orientieren oder Sprache soweit beherrschen, damit sie die grundlegenden Lebensfunktionen organisiert bekommen, aber darüber hinaus ist bei den meisten absolute Ignoranz und Verblendung an der Tagesordnung. Es wird nichts mehr wahrgenommen, vorherrschen tun starre Denkschablonen.


Ich habe schon sehr lange nicht mehr so offen über z. B. das Migrationsthema gesprochen, und war deswegen aufs Neue überrascht über diese Reaktion, denn je klarer ich verstehe, was da ohne Zweifel schief läuft, desto unwirklicher, fremder, irrealer erscheint mir das, was ja die Masse der Menschen um mich herum in ihren Vorstellungswelten für real hält. Da ich das ja nicht immer mitbekomme, ist es erstmal wie ein Schock, wenn mir das wieder mit voller Wucht begegnet.


Jedenfalls fand ich es trotzdem gut einfach das zu sagen, was ich fühle, völlig unabhängig davon, wie das Gegenüber das interpretieren mag. Was ich gesagt habe, war nämlich nicht ideologisch oder politisch vorgefertigt, sondern eine einfache, persönliche Beobachtung. Wieso sollte sowas nicht möglich sein, besonders auch in direkten Begegnungen mit Menschen? Was sollen die machen? Die Gesinnungspolizei rufen? 


Es ist in der Tat so, daß eine große Anspannung in der Luft hierzulande liegt. Ich merke das in zwischenmenschlichen Begegnungen in Sekunden, daß hier eine extreme Unoffenheit, Angst und dadurch auch Frustration vorhanden ist. Keiner traut sich noch frei zu sprechen, jeder bindet sich ein Maulkorb um, und überwacht wird sich gegenseitig, ob es auch politisch korrekt ist, was man da von sich gibt. Genau das mache ich aber mit mir selber, das ist ja das Traurige. Das war heute deswegen mal wieder ein Lichtblick, ein Schuh in der Tür zu neuen Möglichkeiten. Das heißt jetzt nicht, ich soll überall und jedem alles sagen, nur, daß ich es nicht reflexhaft scheue, mich und Dinge, die ich durchaus auch sehen kann, zu zeigen. Das mache ich nämlich leider gewohnheitsmäßig, und sage dabei, daß es ja ohnehin keinen Zweck hat, was mir aber immer wieder Lebenskraft abzwackt.


Letztens hatte ich auch einen Traum dazu: Ich lief aus einem Dorf in ein Waldstück. Es waren nunmehr einige Tiere zu sehen, dabei auch ein menschengroßer Adler. Tiefer im Wald war ein Orang-Utan in einer Hölle, und in der Ferne lief ein Gorilla, sowie weitere Schimpansen. Ich hatte aber große Sorge, daß sie mich sehen könnten, weil ich in der freien Wildbahn noch nie auf diese Tiere gestoßen bin. Ich betrachtete sie nunmehr aus der Distanz. Eine Dame war auch da, die sagte, sie würde die Affen vermissen, denn sie müsse nun nach Amerika.


Die Affen stellen meinem Gefühl nach einen unberechenbaren, gefährlichen Teil in mir dar, gefährlich für andere. Auf der einen Seite habe ich das Gefühl, daß es mich zu ihnen (den Affen) hinzieht, auf der anderen Seite habe ich auch eine gewisse Furcht davor. Letztlich ist es aber nur Natur, das heißt, der Affe in mir will letztlich nur spielen, sich freuen, und als Mensch heißt das einfach: Zu leben, Sprache zu benutzen, sich zu zeigen. Nicht als Ich in einer zu überzeugenden Umwelt, sondern als Bestandteil davon. 


Affen zeigen meinem Gefühl nach die spielerische Seite im Menschen, das Verrückte, Unvorhergesehene. Auch etwas, zu dem die Afrikaner wohl noch eher Kontakt haben, wenn sie auf der Straße rumschreien. Ein Deutscher würde aber komisch angeguckt werden, während diese Leute das dann ja dürfen. Es ist schon makaber, wie weit es in diesem Land bereits gekommen ist. Umso wichtiger, sich selber freizugeben.
 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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