Der Umgang mit dem Bewußtsein

04/12/2019

Interessant ist, daß meine Tendenz mich an Leuten zu reiben, die letzten zwei Tage komplett weggefallen ist. So, als wurde plötzlich erkannt, daß diese Leute gar nicht diese Leute sind, sondern in jedem Moment immer von Neuem ganz anders wirken, und auch etwas ganz anderes sind, als in meiner Vorstellung. Zum einen sind sie so wie sind, in sich selber gefangen und können deswegen gar nicht anders sein, zum anderen spiegelt sich in den Egos der Anderen immer auch mein Ego, d. h. sehe ich in der Welt eine konstante, in Zeit und Raum existierende Person, so sehe ich mich ja genauso im selbem Moment und falle deshalb genauso herein.

 

Wenn z. B. jemand in meiner Umgebung herzlos ist, d. h. in der ganzen Art blockiert, so hat dieser Mensch das Problem mit sich selber, in seinem Umgang mit sich selber, und damit auch seiner Welt. Damit habe ich selber nichts zu schaffen. Weil ich das bei dem anderen sehen kann, heißt das deswegen noch lange nicht, daß ich ja selber genauso bin, wie es so oft in der Esoterik heißt: Alles Üble in der Welt bist doch letztlich nur du selber, also all die Diktatoren, Regimevertreter, Propagandisten und haßerfüllten Freiheitsfeinde sind doch nur Seiten von dir selber. Also laß die Beschäftigung damit doch sein, und bleib bei dir selber. Das ist zu kurz gedacht. Ich sehe nur seinen Umgang mit seiner wahren Identität, dem Bewußtsein, was sich von mir in der Tat nicht unterscheidet, aber dieser Umgang kann total unterschiedlich sein.

 

Verhält sich jemand dumm, oder falsch, oder selbst- wie umgebungsschädigend, so tut mir das natürlich weh, wenn ich das miterlebe, aber die eigentliche Strafe begeht so jemand an sich selber, nämlich als Selbstverrat und -betrug, und damit hat dieser dann die höchste Strafe, die man sich nur vorstellen kann. Er braucht von mir, wie von keinem anderen noch irgendeine Rüge, eine Belehrung, eine Unterweisung, einen Ratschlag, außer es wäre wirklich akut und wichtig für mich, was aber meist nicht der Fall ist. Jeden sich selber zu überlassen ist das einzig sinnvolle in den meisten Fällen, und damit hat man seinen Frieden. Sich nicht involvieren, sich auch nichts abverlangen. Es ist wie mit Spiel- oder Drogensüchtigen: Die meinen das zu brauchen. Es ist ihre Verantwortung, und es hat auch mit Respekt zu tun, sie damit zu lassen, solange es wie gesagt, keinem weiteren schadet.

 

Einfach sein, und damit die Alternative leben, das ist die einzige Antwort; und läßt sich davon niemand inspirieren, ja dann ist das halt so. Darum geht es für mich ja nicht, weil was hätte ich davon, wenn das für jemanden so wäre? Natürlich wäre es für denjenigen schön, aber es wäre vor allem für ihn selber ein Geschenk.

 

Wieso will ich das Leute z. B. aufwachen, wie ich es im Livestream von GLR mal impulsiv von mir gegeben habe? Was hätte ich davon? Wichtig ist doch nur: Bin ich selber wach? Dann sehe ich vielleicht auch andere die wach sind, oder gerade dabei sind aufzuwachen. Aufwecken? Geht nicht. Selbst noch so starkes Rütteln und Schütteln hätte auch mich nie aus dem Bett kommen lassen. Es war letztlich immer der eigene Wille notwendig.

 

 

 

 

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© 2019 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com

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